Porsche Kauf in den USA

Happy US Porsche 911 on their way to Germany!

Neuwagen Kauf

Beim Kauf eines Neuwagens sind die veröffentlichten Preise sind immer netto, plus Verkaussteuer (sales tax) von etwa 7 bis 10 Prozent. Sales tax wird nicht gezahlt, wenn das Fahrzeug direkt ab Händler exportiert wird.

US Händler bekommen am Ende des Jahres eine extra Prämie vom Herstellers von 3 Prozent des Gesamtumsatzes. Das heisst Händler können Autos für weniger verkaufen als sie bezahlt haben und am Ende des Jahres trotzdem noch einen Gewinn an dem Autoverkauf machen.

 

Gebrauchtwagen Kauf

Verkaufssteuer – Sales tax

Die Verkaufsteuer (sales tax) ist in den einzelnen Bundesstaaten unterschiedlich hoch: zwischen 7 und 10 Prozent. Generell gilt, daß die sales tax nicht gezahlt werden muss, wenn das Fahrzeug sofort – direkt ab Händler – exportiert wird. Wer zuvor damit in den USA reisen möchte, muss die sales tax zahlen. Diese wird an die Zulassungsstelle (DMV) bei der Anmeldung gezahlt und kann später NICHT erstattet werden. Beim Kauf von einem Händler wird die sales tax und Zulassung an den Händler gezahlt.

 

Zahlungsmittel

Mit Bargeld ist die Chance, einen guten Rabatt zu bekommen natürlich besonders groß, viel sicherer sind aber Reiseschecks. Am besten ist eine Geldanweisung einer Bank in Deutschland an eine amerikanische Bank. Die Umtauschkurse sind am besten beim bargeldlosem Umtausch. Der Kurs für Bargeld Umtausch ist etwa zwei bis vier Prozent schlechter als eine Geldanweisung. Reiseschecks kosten etwa ein bis zwei Prozent mehr als eine Geldanweisung.

 

Garantie

Nur einige wenige Hersteller bieten weltweite Garantien. In jedem Fall ist es sinnvoll beim Hersteller zu fragen, wie weit seine Zusagen reichen. Ein gesetzlicher Anspruch auf Garantieleistungen wie bei Importen aus EU-Ländern besteht nicht. Bei Fahrzeugen von US-Herstellern sind keine Garantieleistungen durch deren deutsche Vertretungen zu erwarten.

 

Zulassung in den USA

Wer vor der Verschiffung erst noch mit seinem neuen Porsche 911 eine Reise in den USA unternehmen oder es selbst zur Verschiffung fahren möchte, muss es zulassen und braucht dazu einen “title” und eine “registration card”. Die Kosten für die Anmeldung sind zirka 1.2% des Kaufpreises plus der Verkaufssteuer von 7 bis 10 Prozent. Zuständig ist das örtliche “Department of Motor Vehicles”, DMV. Sie benötigen dafür eine Addresse im US Staat der Anmeldung.

Bitte beachten Sie, dass die dafür notwendige Kfz-Kurzzeitversicherung nur in den USA abgeschlossen werden kann.

 

Porsche 911Title / Certificate of Origin

Jedes Fahrzeug, das gebraucht in den USA verkauft wird, sollte ein “Certificate of Title” haben, kurz „title“ genannt.

Bitte beachten!
Nicht alle Bundesstaaten stellen einen ‘title’ aus, z.B. Alabahma (Fahrzeuge unter $30.000 brauchen hier keinen title!). In diesem Fall muss der ‘title’ bei der DMV (Zulassungsstelle) beantragt werden. Das braucht einige Tage (bis zu 2 Wochen) und kostet in der Regel um die $10.

Es entspricht in etwa dem deutschen Fahrzeugbrief, die Zahl der Vorbesitzer eines Gebrauchtwagens ist daraus jedoch nicht erkennbar. Lassen Sie sich auch durch einen noch so niedrigen Preis nicht verlocken, ein Fahrzeug ohne title, den Sie selbst einsehen können, zu kaufen!

Der title enthält folgende Eintragungen:

  • Fahrgestellnummer
  • amtliches Kennzeichen
  • das Feld “REGISTERED OWNER” nennt den aktuellen Eigentümer
  • das Feld “LIENHOLDER” sagt aus, ob das Fahrzeug evtl. beliehen ist. Sollte hier die Eintragung einer Bank oder eines Finanzierungsbüros sein, ist der eingetragene Halter nicht alleiniger Eigentümer. In einem solchen Fall muß eine Freigabe (Release) eingetragen und unterschrieben sein. Dies ist gegeben, wenn das Feld mit Datum gegengezeichnet ist.
  • Auf der Rückseite ist Platz für den Überschreibungsvermerk.

Ein Neufahrzeug, das noch nie zugelassen war, hat noch keinen title, aber vom Hersteller ein „Manufacturer´s Statement of Origin“ oder ein „Certificate of Origin“, das in seiner Bedeutung dem title entspricht.

Ohne Original des Title oder des Certificate of Origin ist es nahezu unmöglich, ein Fahrzeug zu verschiffen; auch für die Zulassung in Deutschland ist das Dokument unerlässlich.

 

Porsche 911Registration Card

Die “Registration Card” entspricht in etwa unserem Zulassungsschein und muss immer mitgeführt werden. Sie dient in einigen Bundesstaaten auch als Steuer- und Versicherungsnachweis.

 

Plates / Tags

In einigen Bundesstaaten bleiben die Kennzeichen auch bei einem Besitzerwechsel bis zur Verschrottung oder endgültigen Abmeldung am Fahrzeug, in anderen behält sie der Vorbesitzer.

Falls kein Kennzeichen am Fahrzeug ist und Sie es auf eigener Achse zum Hafen fahren wollen, sollten Sie sich durch den Händler ein “ONE DAY PERMIT”, eine Art Überführungskennzeichen, beschaffen lassen. Diese gibt es in Kalifornien nicht. Ansonsten können Sie es auch per Autotransporter zum Hafen bringen lassen. In diesem Fall ist natürlich weder ein Kennzeichen, noch eine Kurzhaftpflichtversicherung notwendig.

 

Transport

Es ist ratsam, sich bereits in Deutschland mit einer internationalen Fahrzeug-Spedition in Verbindung zu setzen, um sich über Termine, Kosten etc. zu informieren. Alle grossen europäischen Speditionen haben in den wichtigsten US-Häfen Agenturen, bei denen das Fahrzeug direkt angeliefert werden kann.

 

Einchecken im Hafen

• Entweder gehen Sie zu der von Ihnen gewählten Spedition, zeichnen die Frachtpapiere und erhalten einen Kaischein, den sog. “PIER DELIVERY REPORT”, mit dem Sie ihr Fahrzeug selbst am Hafenterminal bzw. Verladekai abgeben.

oder

• Sie übergeben das Fahrzeug einem Spediteur, der es gegen Gebühr direkt zum Hafenterminal bringen und verladen lässt.

Die US-Zollbehörden verlangen, dass 3 Tage vor dem Verladetermin der Original US Title (für Gebrauchtfahrzeuge) oder das Original Certificate of Origin (für Neufahrzeuge). Da die Dokumente für die Zulassung in Deutschland ausserordentlich wichtig sind, empfiehlt es sich, gleich noch eine Kopie mehr beglaubigen zu lassen und diese für sich zu behalten, falls das Originaldokument verlorengehen sollte.

Die Beglaubigung wird durch eine sog. ‘Notary’ vorgenommen. Entweder der Spediteur hatte einen Angestellten, der vom jeweiligen Bundesstaat vereidigt wurde, und damit das Beglaubigen für Sie eventl. kostenlos machen kann. Ansonsten findet sich an jeder Strassenecke eine ‘Notary’, die für ~$10 die Beglaubigung übernimmt.

 

Überfahrt

Von allen US-Häfen laufen täglich Schiffe Richtung Europa aus. Ankunftsorte in Deutschland sind Bremerhaven oder Hamburg.

 

Ankunft in Deutschland

Wahlweise können Sie Ihr Fahrzeug selbst im Hafen abholen oder es durch einen Spediteur per Autotransporter bis zu Ihrem Wohnort bringen lassen:

Wenn Sie das Fahrzeug in einem deutschen Hafen selbst abholen, brauchen Sie für die Fahrt zu Ihrem Wohnort ein Kurzzeitkennzeichen, das Sie nach Abschluss einer Kurzhaftpflichtversicherung von der Zulassungsbehörde/ Strassenverkehrsamt erhalten.

Wenn das Fahrzeug eine noch gültige amerikanische Zulassung und Kennzeichen hat, kann es damit zum Zielort gefahren werden. Voraussetzung ist, dass vorab eine sog. Grenzversicherung – die speziell für Fahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen angeboten wird – abgeschlossen wurde. Die Grenzversicherung ist in jeder ADAC-Geschäftsstelle erhältlich.

 

Verzollung

Am einfachsten ist es, eine Spedition mit der Abwicklung der Zollformalitäten zu beauftragen. Wer sich den Vorgang selbst zutraut und die Mühe nicht scheut, sollte zunächst im voraus im Internet unter www.zoll.de ,”Zoll interaktiv”, die sog. Internetzollanmeldung aufrufen und, wie dort genau beschrieben, online eine “Auftragsnummer” beantragen. Danach kann das Formular augedruckt und mit den übrigen erforderlichen Papieren beim zuständigen Hafenzollamt vorgelegt werden. Das richtige Ausfüllen des Formulares ist für Laien schwierig, die Zollämter sind oft nur widerwillig dabei behilflich.

Der Zoll beträgt EU-einheitlich

– 10% für Personenkraftwagen,

– 8% für Motorräder mit einem Hubraum bis 250 ccm und

– 6% für Motorräder mit einem Hubraum von mehr als 250 ccm.

Hinzu kommen in Deutschland 19% Einfuhrumsatzsteuer.

 

Beispiel
Kaufpreis laut Kaufvertrag: 15.000 US $ (Der deutsche Zoll rechnet den Betrag zum jeweiligen Tageskurs in €).

US-Kaufpreis in €: 13.805 €
Fracht bis dt. Hafen
etwa 767 €
Summe 14.572 €

davon 10% Zoll 1.457 €
Summe 16.029 €

davon 19 % Einfuhrumsatzsteuer 3.045 €
Gesamtbetrag 19.074 €

 

Über den Daumen gepeilt betragen die gesamten Einfuhrabgaben (Zoll plus Einfuhrumsatzsteuer) immer gut 1/3 des Nettopreises.

Oldtimer - 1950 - 30 Jahre
Für Oldtimer, die vor 1950 gebaut wurden, wird ein verminderter Einfuhrabgabensatz von nur 7 % berechnet. Auch für Fahrzeuge, die mindestens 30 Jahre alt, aber nach 1950 gebaut wurden historisch wertvoll (“sammlungswürdig”) sind, kann das Zollamt einen ermäßigten Abgabensatz von 7 % anwenden, was aber erfahrungsgemäß eher selten geschieht.

Als Nachweis der abgeschlossenen Verzollung stellt das Zollamt eine sog. Zoll-Unbedenklichkeitsbescheinigung aus, die extrem wichtig für die spätere Zulassung ist.

 

Zulassung

Die bisher erforderliche “Auskunft aus dem Zentralen Fahrzeugregister” des Kraftfahrtbundesamtes, die so genannte “Unbedenklichkeitsbescheinigung”, wird nach der neün Fahrzeugzulassungsverordnung FZV seit 01.03.2007 nicht mehr verlangt.

 

TÜV

Vor der Zulassungsstelle müssen Sie die technische Prüfstelle (TÜV ) aufsuchen, um dort die Einzelabnahme nach § 21 StVZO (Straßenverkehrszulassungsordnung) machen zu lassen. Vereinbaren Sie telefonisch einen Termin und erkundigen Sie sich genau, welche Papiere Sie mitbringen sollen. Seit 1991 ist in Deutschland eine Leuchtweitenregulierung (= Scheinwerfer-Höhenverstellung) vorgeschrieben. Sie ist bei US-Fahrzeugen und bei europäischen Modellen, die für den amerikanischen Markt bestimmt waren, so gut wie nie vorhanden. Ausnahmegenehmigungen sind routinemäßig für ca 60 bis 100 € erhältlich.

 

Datenblatt

Schwieriger ist es, festzustellen, ob für das Fahrzeug bereits ein deutsches Datenblatt vorhanden ist. Dieses ist sicher der Fall, wenn das exakt gleiche Modell schon mindestens einmal in Deutschland zugelassen wurde. Bei allen in Europa gängigen Fahrzeugen dürfte es also keine Schwierigkeiten geben.

Wenn für Ihr Fahrzeug (Baujahr vor 2000) kein Datenblatt bei den TÜVs der Umgebung vorliegt, schicken Sie eine Kopie des Title an den

Datenblatt
TÜV Augsburg, Internationale Gutachten
Tel. 0821 / 5904 161 – Fax 0821 / 5904 159

und fragen nach, ob das Papier dort vorhanden ist. Wenn ja, erhalten Sie es gegen eine Gebühr von 88€, wenn nein, ist es aller Voraussicht nach auch sonst nirgendwo in Deutschland erhältlich. Das amerikanische Datenblatt (data sheet) ist nicht verpflichtend für die Entscheidungen des deutschen TÜV, bei der Feststellung der Daten jedoch erfahrungsgemäß hilfreich und kostensparend.

Geringfügige Änderungen, wie der Austausch der Frontscheinwerfer, sind durch Ausnahmegenehmigungen einfacher zu handhaben.

 

Abgasgutachten

Die deutschen Abgasvorschriften sind für US-Modelle kein Problem. Das Abgasgutachten sollte möglichst bereits vorhanden sein (siehe Datenblatt). Ist es das nicht, kann es ebenfalls beim TÜV Augsburg für 140 € angefordert werden oder aber die Abgaswerte müßten neu gemessen werden. Die Kosten dafür werden nach Zeitaufwand berechnet.

 

Zulassungsbehörde

Um die Zulassungsbescheinigung Teil II (bisher: Fahrzeugbrief) und die Zulassungsbescheinigung Teil I (bisher: Kfz-Schein) zu bekommen, brauchen Sie folgende Papiere:

Zoll-Unbedenklichkeitsbescheinigung

  • Title oder Certificate of Origin;
  • Amerikanische Kennzeichen (nicht bei Neuwagen die per Autotransporter zum amerikanischen Hafen gebracht wurden);
  • evtl. Datenblatt des Herstellers;
  • Originalkaufrechnung;
  • TÜV-Gutachten;
  • Versicherungsbestätigung (Doppelkarte);
  • Pass oder Personalausweis;